Impaktormessungen im Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt

Pressemitteilung / 19.7.2016

Dr. Robert Daschner, Abteilungsleiter Thermische Verfahren, präsentierte die Ergebnisse des Projektes »Impaktormessungen im Rauchgasstrang einer Müll- und Kohlelinie des GKS-Schweinfurt« im Rahmen der 15. VDI-Fachkonferenz »Feuerung und Kessel - Beläge und Korrosion - in Großfeuerungsanlagen« am 14.06.2016 in Berlin.

© Foto Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt

Das Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt.

Die Messungen wurden am Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt (GKS) durchgeführt, welches sowohl einen Müllteil als auch einen Kohleteil besitzt.

Im Müllteil wird die SNCR-Technologie zur Entstickung und Multizyklon, Sprühtrockner, Gewebefilter sowie Wäscher für die weitere Reinigung des Rauchgases eingesetzt. Im Kohleteil SNCR, Zyklon, Trockensorption und Gewebesfilter.

Sowohl in Müll- als auch im Kohleteil wurden entlang des Rauchgasweges mit Hilfe von Niederdruckkaskadenimpaktoren Messungen durchgeführt. »Die Messung mit einem Impaktor ermöglicht nicht nur die Erfassung der Partikelgrößenverteilung, sondern auf Grund der sammelnden Probenahme auch eine umfassende, weitergehende Analytik«, erklärt Martin Meiller, Gruppenleiter Energie aus Biomasse und Abfall. Dadurch können Untersuchungen zur Morphologie und der chemischen Zusammensetzung der Partikel angeschlossen werden. 

»Die Impaktormessungen im Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt GKS machten wir an je einer Linie im Müll- und Kohleteil und je drei verschiedenen Stellen im Rauchgasweg bis zum Kamin«, führt Martin Meiller aus. »Zusätzlich fand im Kohleteil eine Messung nach der Entschwefelung und im Müllteil nach dem Multizyklon statt«. Die generierten Proben wertete das Team rund um Dr. Robert Daschner gravimetrisch aus und analysierte sie anschließend mit Hilfe des REMs sowie EDXs. Zusätzlich wurden Messungen während des Rußblasens durchgeführt, einem Vorgang zur Reinigung der Anlage. Die Messungen zeigten, dass trotz einer Erhöhung der Rohgaskonzentration bereits nach dem Zyklon wieder eine Normalisierung der Partikelkonzentration erreicht wurde.

 »Wir wollen die Emissionen unseres Kraftwerks, trotz der ohnehin hohen Standards so gering wie möglich halten. Durch die Messungen erhalten wir einen noch detaillierten Einblick in die Vorgänge in unserer Rauchgasreinigung« zeigt sich Dr.-Ing. Ragnar Warnecke, Leiter des Kraftwerks, zufrieden mit der Arbeit von Fraunhofer UMSICHT.

Weitere Messungen zur Untersuchung der Direktentschwefelung sollen im Herbst des Jahres 2016 folgen.