Teilnahme an der 5. Mitteleuropäischen Biomassekonferenz

Pressemitteilung / 1.2.2017

Vom 18. bis 20. Januar 2017 fand in Graz (Österreich) die 5. Mitteleuropäische Biomassekonferenz statt, bei der die Abteilungen Biologische Verfahrenstechnik und Thermische Verfahren von Fraunhofer UMSICHT aktiv vertreten waren.

© Foto Fraunhofer UMSICHT

Markus Heberlein beim Vortrag auf der 5. Mitteleuropäischen Biomassekonferenz.

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Die szenariobasierte Nährstoffbilanzierung wurde für den Freistaat Bayern im Zuge des CES Projekts (Centrum for Energy Storage) entwickelt.

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Posterbeitrag von Martin Meiller.

Klimaabkommen bietet Chance für Biomassebranche 

»Das Abkommen der Weltklimakonferenz 2015 in Paris hat ein Umdenken eingeläutet. Zunehmend wird in erneuerbare Energien investiert, was der Bioenergie-Branche in Europa einen positiven Schub verliehen hat«, erklärt Markus Heberlein, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Biologische Verfahrenstechnik. »Die 5. Mitteleuropäische Biomassekonferenz ist eine wichtige Leitveranstaltung des Bioenergiesektors und trägt dieser Entwicklung Rechnung. Für uns war es wichtig vor Ort präsent zu sein, um mit potenziellen Partnern und Kunden in Kontakt zu treten.« 

Markus Heberlein präsentierte auf der Konferenz seinen Vortrag zum Thema »Szenariobasierte Nährstoffbilanzierung von Gärresten und Wirtschaftsdüngern« (Englisch: Scenario based balancing of nutrients from digestates and farm fertilizers). Mit dem entwickelten Model können Informationen und Daten (z.B. die aktuelle Viehverteilung, das Gülleaufkommen, der Biogasanlagenbestand, das Gärrestaufkommen oder die Nährstoffverteilung), oder Szenarien (z.B. Wegfall bestimmter Biogasanlagengrößen oder Viehhaltungsintensivierung) bis auf Gemeindeebene genau berechnet und visualisiert werden.

 Datengrundlage bilden z.B.:

  • Viehbestand (Rinder, Schweine und Hühner)

  • Biogasanlagenbestand

  • landwirtschaftliche Flächen (zur Düngernutzung von Gülle und Gärrest)

  • Ausbringungsgrenzwerte für Nährstoffe  

»Die direkte landwirtschaftliche Nutzung von Gärrest oder Gülle stellt im Sinne der Kreislaufführung immer noch eine sinnvolle Verwertung dar. Der Einsatzradius ist aufgrund des hohen Wassergehalts jedoch begrenzt und in Gebieten mit intensiver Viehhaltung und ggfs. zusätzlich noch vorhandenen Biogasanlagen kann es zu Nutzungskonflikten und ggfs. Überdüngung kommen«, beschreibt Markus Heberlein den Hintergrund des entwickelten Models. Mit dem Model der Abteilung Biologische Verfahrenstechnik können überschüssige Gärrest- und Güllemengen auf Gemeindeebene identifiziert und für eine regionale Umverteilungen oder anderweitige Nutzung in Betracht gezogen werden. Dadurch kann beispielsweise der Stickstoffeintrag in Gewässer reduziert werden, um einen übermäßigen, der Umwelt schadenden Nährstoffeintrag, zu reduzieren. Denn inzwischen sind große Stickstoff- und Phosphoreinträge aus der Landwirtschaft für die Eutrophierung von Oberflächengewässern verantwortlich. 

Zusätzlich war Martin Meiller, Gruppenleiter Energie aus Biomasse und Abfall der Abteilung Thermische Verfahren, mit zwei Posterbeiträgen auf der 5. Mitteleuropäischen Biomassekonferenz vertreten. Die beiden Poster zeigten folgende Inhalte auf:

  • Experimental study on the transport behavior of biogenic residues on a grate

  • Combustion tests with different biogenic residues in a 350-kW grate furnace

     

     

Leitveranstaltung des Bioenergiesektors

Vom 18. bis 20. Januar 2017 trafen sich die weltweit führenden Bioenergie-Experten aus der Forst- und Landwirtschaft, Strom- und Wärmeerzeugung, Mobilität und der Wissenschaft zur 5. Mitteleuropäischen Biomassekonferenz in Graz. Schwerpunkte der Biomassekonferenz waren nachhaltige Biomassebereitstellung, effiziente Bioenergienutzung sowie Klimaschutz, Energiewende und Bioökonomie. Neben den 156 Vorträgen, fanden Workshops, Exkursionen und Matchmaking-Events statt. Die Messe besuchten über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 30 Nationen.