Peter Hense erhält Doktortitel

Erster Doktorand der Kooperation

Pressemitteilung / 24.5.2017

Fraunhofer UMSICHT betreibt mit der Universität Bologna eine länderübergreifende Kooperation, die es ermöglicht in Italien zu promovieren und in Sulzbach-Rosenberg zu arbeiten. Peter Hense hat seine Promotion zum Thema »Entwicklung und Optimierung eines thermo-chemischen Verfahrens zum Recycling von Elektro- und Elektronikschrott« erfolgreich abgeschlossen. Er ist der erste Doktorand aus der Kooperation. Seine Doktorarbeit betreuten Prof. Andrea Contin, Universität Bologna, und Prof. Andreas Hornung, Leiter Fraunhofer UMSICHT in Sulzbach-Rosenberg (Zeitraum: Januar 2014 – Mai 2017).

© Foto Fraunhofer UMSICHT

Prof. Andreas Hornung (Leiter Fraunhofer UMSICHT Sulzbach-Rosenberg), Dr. Peter Hense (Gruppenleiter Recyclingtechnologien, Fraunhofer UMSICHT) und Prof. Andrea Contin (Universität Bologna).

Im Interview berichtet Dr. Peter Hense, Gruppenleiter Recyclingtechnologien der Abteilung Kreislaufwirtschaft, über seine Promotion: 

Über welches Thema haben Sie promoviert? 

Dr. Peter Hense: Ich habe mich in meiner Promotion mit der Entwicklung eines Pyrolyseverfahrens für Elektro- und Elektronikschrott beschäftigt. Dieses sollte insbesondere Shredderrückstände aus der mechanischen Aufbereitung der alten Elektrogeräte so aufbereiten, dass enthaltene Metalle recycelt werden können und gleichzeitig flüssige sowie gasförmige Kraftstoffe gebildet werden. Besonderen Wert musste ich dabei auf die Vermeidung der Bildung von toxischen Dioxinen und Furanen legen. 

Wie bewerten Sie das Verfahren, welches Sie bei Ihrer Promotion entwickelt haben? 

Dr. Peter Hense: Neben der verfahrenstechnischen Entwicklung führte ich eine ökologische Bewertung des Aufbereitungsverfahrens durch und rechnete verschiedene Business-Cases für eine spätere, großtechnische Anwendung. Die Bilanzierungen zeigten bereits das große Potential der Technologie, ökologisch und besonders wirtschaftlich arbeiten zu können. Darüber hinaus habe ich thermo-chemische Ansätze angepasst und so optimiert, dass versorgungskritische Metalle wie Indium, Gallium oder Tantal einem Recycling zugänglich gemacht werden können. 

Wie war es länderübergreifend zu promovieren? 

Dr. Peter Hense: Durch die Betreuung sowohl bei Fraunhofer UMSICHT als auch durch die Universität Bologna, konnte ich nicht nur die technische Ausstattung beider Institute nutzen, sondern lernte auch kulturelle Unterschiede sowie viele neue Kollegen kennen. Die Betreuung durch Prof. Andrea Contin und Prof. Hornung lief dabei absolut reibungslos und half mir gerade bei komplexen Fragestellungen immer weiter. 

Wie geht es nun für Sie weiter? Welches Thema bearbeiten Sie gerade bei Fraunhofer UMSICHT? 

Dr. Peter Hense: Nach der Promotion widme ich mich weiter dem Thema des Recyclings und leite aktuell das Projekt gagendta+, welches vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. Hierbei treibe ich die thermo-chemische Aufbereitung von Elektro- und Elektronikschrott weiter voran, mit dem Ziel diese schon bald in einem kontinuierlichen Demonstrator (Durchsatz 70 kg/h) durchführen zu können. Im Team der Abteilung Kreislaufwirtschaft erweitern wir den Fokus auf viele weitere Verbundmaterialien wie glas- oder carbonfaserverstärkte Kunststoffe (GFK / CFK), Shredderfraktionen aus der Altautoverwertung oder auch teerhaltigen Straßenaufbruch.