Projekt KWKplusBierkohle

Energieeffizenz im Brauprozess - Grillkohle aus Biertreber

Sulzbach-Rosenberg / 3.9.2018

Mit dem Projekt "KWKplusBierkohle" wollen die Brauerei Schneider Weisse und das Fraunhofer Institut UMSICHT in Sulzbach-Rosenberg die Energieeffizienz im Brauprozess steigern. Die klimaneutrale Kohle, die sich aus den Biertrebern gewinnen lässt, soll als Grillkohle durch das Holzkohlewerk Lüneburg vermarktet werden. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft geförderte Verbundvorhaben läuft noch bis 2020.

Grillkohle aus Biertreber
© Fraunhofer UMSICHT

Klimaneutrale Grillkohlebriketts aus Biertreber

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© Brauerei G. Schneider

Sudhaus der Brauerei Schneider Weisse

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Förderung durch das BMWi

Mittels eines von Fraunhofer entwickelten Konversionsverfahrens (TCR®-Verfahren) kann der entwässerte und getrocknete Biertreber in Kohle gewandelt werden. Als »Nebenprodukte« im Prozess fallen Gas und Öl an, über die sich wiederum Strom und Wärme erzeugen lassen.

Die gewonnene Energie wird über Kraft-Wärme-Kopplung dem Brauprozess wieder zugeführt, was die Energiebilanz der Anlage verbessert. Die anfallende Kohle kann ebenfalls weiterverwertet werden.

Klimaneutrale Grillkohle

Fabian Stenzel, Abteilungsleiter Biologische Verfahrenstechnik bei UMSICHT Sulzbach-Rosenberg sagt: »Wenn es gelingt, das Karbonisat als Grillkohlebriketts zu vermarkten, würde das die Gesamtwirtschaftlichkeit des Konzepts enorm steigern. Und die Unsicherheit bei der Abnahme des Biertrebers würde ebenfalls entfallen.«

Neben Wirtschaftlichkeit und Gesamtanlagenproduktivität werden auch die möglichen Treibhausgaseinsparpotentiale des Gesamtkonzepts bewertet.

Innovativer Mittelstand in der Bierbranche

Georg Schneider, Inhaber der Brauerei in sechster Generation, ist stolz darauf, Teil des Projektes zu sein: »Die Innovationskraft der Bierbranche liegt im Mittelstand. Große Konzerne setzen dann erst auf neue Entwicklungen und Ideen, wenn sie darin einen Erfolg sehen. Eine energetische Biertreberverwertung ist ein weiterer, wichtiger Schritt zu mehr Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit.«