Konferenz  /  09. November 2020

Plastic Waste 2

Veranstaltungshinweis

Bei dieser Konferenz geht es darum, Altkunststoff durch Pyrolyse / chemisches Recycling in neue Kunststoffe zu verwandeln, die mit Kunststoffen konkurrieren, die aus frischem fossilen Öl hergestellt werden. Dies setzt voraus, dass sich die derzeitigen Wertschöpfungsketten des Recyclings in ein neues nachhaltiges Ökosystem verwandeln.

Chemisches Recycling von Kunststoffabfällen

Dr. Alexander Hofman vom Fraunhofer UMSICHT Sulzbach-Rosenberg wird an der Konferenz mit folgendem Vortragstitel teilnehmen: »Chemisches Recycling von Kunststoffabfällen - Pyrolyse und nachgelagerte Verarbeitung von Pyrolyseölen«.

Das Recycling vieler Kunststoffabfallströme wie Mischkunststoffe, Verbundwerkstoffe oder Kunststoffe mit anorganischen und organischen Verunreinigungen bleibt eine große Herausforderung. Als Ergänzung zum mechanischen Recycling bietet das chemische Recycling die Chance, den Kunststoff-Recycling-Kreislauf zu schließen. Derzeit werden noch große Mengen an Kunststoffen verbrannt und aus diesem Kreislauf entfernt.

Das chemische Recycling hat das Potenzial, eine Alternative zur Verbrennung zu werden. Während viele Technologien denkbar sind, ist die thermochemische Umwandlung am flexibelsten gegenüber Vermischungen und Verunreinigungen. Außerdem ist die Pyrolyse aufgrund der Möglichkeit eines dezentralen Betriebs eine sehr vielversprechende Technologie für das chemische Recycling. Die Herausforderung besteht jedoch in der direkten Nutzung der Pyrolyseprodukte, hauptsächlich des Öls, in der chemischen Industrie.

Halogen- und zyanidhaltige Restverbindungen erschweren die Weiterverarbeitung, da diese Art von Verbindungen Katalysatoren inaktiviert. Die Fraunhofer Umsicht untersucht daher die Entwicklung einer Technologie, die auf einer in situ-Spaltung halogenierter organischer Verbindungen über wasserstoffreiche Materialien basiert, um diese Probleme zu überwinden. Wenn die nachgeschaltete Verarbeitung von Pyrolyseöl ermöglicht wird, könnte eine neue Wertschöpfungskette generiert werden.