Projekt TheMatIK: Metallische Phasenwechselmaterialien für Hochtemperaturwärmespeicher
Im Verbundprojekt TheMatIK untersuchten und entwickelten Fraunhofer UMSICHT mit Projektpartnern metallische Phasenwechselmaterialien und Verkapselungen für Hochtemperatur-Wärmespeicher zum Einsatz in der Industrie und in Heizkraftwerken. Ein Prüfstand im Technikumsmaßstab zur Nachbildung einer Prozessdampf-Besicherung wurde aufgebaut und mit einer Zink-Aluminium-Legierung ZnAl6 als Phasenwechselmaterial betrieben.
Ausgangslage: Prozessdampf-Versorgung von Industrieprozessen
Viele industrielle Prozesse benötigen eine unterbrechungsfreie Versorgung mit Prozessdampf, die in der Regel durch Heizkraftwerke sichergestellt wird. Fällt das Heizkraftwerk aus oder wird es heruntergefahren, übernehmen meist fossil befeuerte Besicherungskessel (Hilfskessel, Reservekessel) die Dampferzeugung. Da die Dampflieferung bei einer Kraftwerksabfahrt typischerweise innerhalb weniger Minuten rapide abnimmt, werden Besicherungskessel in der Regel dauerhaft im Mindestlastbetrieb vorgehalten. Dies ist verbunden mit hohem Brennstoffverbrauch und entsprechend hohen Kosten. Der Anteil erneuerbarer Energien an der industriellen Prozesswärme stagnierte bei Projektstart bei rund 6 Prozent. Damit mehr erneuerbare Energien zum Einsatz kommen können, müssen konventionelle Kraftwerke flexibler betrieben werden. Dafür braucht es Alternativen zur konventionellen Prozessdampfbesicherung.
Integrationsmöglichkeiten des Hochtemperatur-Speichers
Zu Projektbeginn wurden mögliche Integrationsszenarien für einen metallischen Latentwärmespeicher systematisch bewertet. Dabei wurden thermodynamische Zielkriterien (Druck, Temperatur, Speicherkapazität) und prozesstechnische Rahmenbedingungen gegenübergestellt. Das höchstbewertete Integrationsszenario – die Prozessdampfbesicherung – wurde im weiteren Projektverlauf theoretisch (Strömungs- und Prozesssimulation) und praktisch (Prüfstand) detailliert untersucht.