Latentwärmespeicher: Funktionsprinzip und Einsatz in Industrie und Kraftwerken
Latentwärmespeicher nutzen den Phasenwechsel eines Materials – in der Regel von fest zu flüssig – zur Speicherung thermischer Energie. Anders als bei der sensiblen Wärmespeicherung, bei der Wärme über eine Temperaturerhöhung des Speichermediums aufgenommen wird, erfolgt die Speicherung hier über die Phasenwechselenthalpie bei nahezu konstanter Temperatur. Dadurch erreichen Latentwärmespeicher eine hohe Energiespeicherdichte in einem engen Temperaturbereich um den jeweiligen Phasenübergangspunkt des eingesetzten Phasenwechselmaterials (PCM).
In der Industrie entfallen rund 29 Prozent des deutschen Endenergieverbrauchs auf Produktionsprozesse; etwa 60 Prozent davon werden als Prozesswärme benötigt. Gleichzeitig bleiben in Deutschland jährlich mehr als 171 TWh industrielle Abwärme ungenutzt. Latentwärmespeicher mit PCM können diese Abwärme sowie aus überschüssiger Wind- und Solarenergie erzeugte Wärme zwischenspeichern und bedarfsgerecht als Prozesswärme oder Prozessdampf bereitstellen – ein Beitrag zur Sektorenkopplung und zur Dekarbonisierung von Industrie, Kraftwerken, Gewerbebetrieben und Kommunen.