Vom Bauernhof zum Markt: Umwandlung von Tierdung in Düngemittel

EU Projekt FERTIMANURE

17. Februar 2020

Mehr als 90 Prozent des von den Viehzuchtbetrieben in der EU produzierten Düngers wird für die Bodendüngung verwendet. Dieser Prozess ist jedoch ineffizient. Das von der EU finanzierte Projekt FERTIMANURE wird fortschrittliche Nährstoffmanagement-Strategien entwickeln, testen und validieren, die es ermöglichen, wettbewerbsfähige Düngemittel mit guten Ertragseigenschaften zu produzieren.

Projektlogo

Im Schwerpunkt des Projekts sollen wertvolle Nährstoffe aus Viehdung recyclt und daraus biobasierte Düngemittel hergestellt werden. FERTIMANURE wird in fünf der größten Tierproduktionsländer der EU durchgeführt, nämlich in Belgien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Spanien. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, dieses Kreislaufwirtschaftsmodell für den EU-Landwirtschaftssektor zu fördern.

Fraunhofer UMSICHT ist für die Umsetzung des deutschen Pilotprojekts zur Nährstoffrückgewinnung aus Rinderdung verantwortlich. Das Pilotprojekt wird eine Reihe von Technologien von der Vorbehandlung des Dungs über die thermo-chemische Umwandlung bis hin zur endgültigen Düngerproduktion kombinieren und weiterentwickeln. Kernstück des Umwandlungsprozesses ist die am Fraunhofer UMSICHT in Sulzbach-Rosenberg entwickelte Technologie des thermo-katalytischen Reforming (TCR Verfahren).

Die innovative Prozesskette wird die Stickstoffrückgewinnung und Phosphorverwertung aus dem Rindermist maximieren und diesen in den Rohstoffdünger Ammoniumphosphat umwandeln. Zusätzlich wird phosphorreiche Biokohle produziert. Die Düngeleistung der Pilotprodukte wird in den Gewächshausanlagen von Fraunhofer UMSICHT getestet. Um eine möglichst große Wirkung der Projektergebnisse zu gewährleisten, werden alle Aktivitäten von einer detaillierten Nährstoffbilanz der Prozesskette, einer Nachhaltigkeitsbewertung als Verwertungsstrategie und einer gemeinsamen Geschäftsentwicklung im FERTIMANURE-Konsortium begleitet.