Abfallwirtschaftsplan für das Emirat Kuwait

Installation von 100 Online-Electronic Noses im Emirat Kuwait

Pressemitteilung / 28. Mai 2020

Seit Januar 2017 arbeitet das Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik in Sulzbach-Rosenberg im Auftrag der kuwaitischen Umweltbehörde an der Erstellung eines Abfallwirtschaftsplans für das Emirat Kuwait. Im Rahmen des Teilprojekts zur Überwachung der Luftqualität wurden in geruchsintensiven Bereichen mit Schwerpunkt auf abfallwirtschaftlichen Anlagen ein Netzwerk von 100 Online-Electronic Noses, kurz eNOSES, installiert und im April 2020 vollständig in Betrieb genommen. Ziel ist es, Gerüche langfristig und kontinuierlich online zu überwachen. eNOSES sind Geräte, die vergleichbar einer menschlichen Nase, Gerüche wahrnehmen und damit Anomalien erkennen können.

© Dar Al-Bea’a
Messkartennetz - Verteilung der eNOSES
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Ausstattung der eNOSES mit Solar-Panälen
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Kontrollraum im EPA

Das derzeit in Kuwait vorhandene Netz von Stationen zur Überwachung der Luftqualität ist nur in der Lage, die wichtigsten Luftschadstoffe wie u.a. Feinstaub, Kohlenmonoxid (CO), Stickoxide (NOx), Schwefeldioxid (SO2), Schwefelwasserstoff (H2S), Ozon (O3) zu erfassen.

Dem derzeitigen Überwachungssystem fehlt es jedoch an einer flächendeckenden geographischen Ausdehnung. Zudem können geruchsintensive Substanzen, die von industriellen Aktivitäten, Deponien, Kanalisationsnetzen, Kläranlagen oder Tierfarmen stammen, nur begrenzt bestimmt werden.

Durchführung

Die Abteilungen für Luftqualität und Abfallmanagement der Umweltbehörde (EPA) in Kuwait erstellte daraufhin eine Prioritätenliste relevanter Sektoren. Die eNOSES wurden dann mit Fokus auf Anlagen der Abfall- und Abwasserwirtschaft verteilt.

Die eNOSES wurden auf Gebäuden, an bestehenden Lampenmasten der Straßenbeleuchtung oder alternativ auf 4 m hohen Masten durch den UMSICHT Partner »DAR AL BEA'A Environmental Consultants« installiert und im April 2020 vollständig in Betrieb genommen.

Die Ausstattung der eNOSES mit Solar-Panälen ermöglicht einen vollständig energieautarken Betrieb. Neben den eNOSES wurde auch ein Netz an Windsensoren, als Grundlage zur Analyse der Ausbreitung von Geruchsereignissen installiert.

Die Ergebnisse des Geruchsmonitorings werden auf einer speziellen Software-Plattform ausgewertet und im Kontrollraum der EPA dargestellt. Dies ermöglicht die Analyse der Ergebnisse inklusive einer Rückverfolgung von geruchsintensiven Ereignissen bis zur Quelle, die Verwaltung und eine schnelle Reaktion auf Geruchsprobleme.

Funktionsprinzip eNOSES

Bei den eNOSES handelt es sich um kompakte Instrumente, die aus einer Anordnung nicht selektiver, aber hochempfindlicher Gassensoren aus Metalloxid-Halbleitern (MOS) bestehen. Diese reagieren auf kleine Schwankungen der Reaktivgaskonzentration in der Umgebungsluft. Die eNOSE wurde entwickelt, um das menschliche Geruchssystem bei der Detektion und Erkennung von geruchsintensiven Gasen zu simulieren. Diese Arten von geruchsintensiven Gasen sind häufig in Industrie- und Deponiegasemissionen zu finden.
 

Analyse der Ergebnisse

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Auswertung des Geruchsmonitorings mittels einer speziellen Software-Plattform
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Rückverfolgung von geruchsintensiven Ereignissen bis zur Quelle
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Die Auswertung erfolgt im Kontrollraum.

Weitere Informationen zum Großprojekt Kuwait