Datenerhebung in der Wüstensonne – Fraunhofer UMSICHT untersucht landwirtschaftliche Abfälle im Emirat Kuwait

Pressemitteilung / 24.7.2018

Seit Januar 2017 arbeitet das Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik in Sulzbach-Rosenberg im Auftrag der kuwaitischen Umweltbehörde an der Erstellung eines Abfallwirtschaftsplans für das Emirat Kuwait. In den letzten Monaten fanden zu diesem Zweck zahlreiche Interviews und Probennahmen statt, um die dortige Abfallmengen sowie -zusammensetzungen und das Abfallmanagement zu analysieren.

© Fraunhofer UMSICHT / eMisk Waste
© Fraunhofer UMSICHT / eMisk Waste

Seit Januar 2017 arbeitet das Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik in Sulzbach-Rosenberg im Auftrag der kuwaitischen Umweltbehörde an der Erstellung eines Abfallwirtschaftsplans für das Emirat Kuwait. In den letzten Monaten fanden zu diesem Zweck zahlreiche Interviews und Probennahmen statt, um die dortige Abfallmengen sowie -zusammensetzungen und das Abfallmanagement zu analysieren. Bereits untersucht wurden beispielsweise Krankenhäuser, Industrieunternehmen sowie die Entsorgungswirtschaft. Die Mitarbeiter der Abteilung Kreislaufwirtschaft bei UMSICHT sowie der Vertreter der deutschen Partner im Projekt sind hierfür regelmäßig im Land, um Schulungen durchzuführen, die Probennahmen zu begleiten und die Datenerhebung mit den örtlichen Behörden zu koordinieren.  

Auch vom 2. bis zum 13. Juli 2018 war das deutsche Team wieder vor Ort. Anlass waren die Datenerhebungen zu Abfällen aus landwirtschaftlichen Betrieben sowie von öffentlichen Grünflächen. Hierzu fanden Workshops für das Team vor Ort sowie beteiligte Behörden statt, um die Datenerhebung vorzubereiten und generelles Wissen über den Abfallstrom zu vermitteln.  

Ein besonderer Fokus in den Workshops lag auf der sicheren Lagerung und Entsorgung von gefährlichen Agrochemikalien wie beispielsweise Pestiziden. Auch die Potenziale für die Verwertung von organischem Abfall aus diesen Sektoren wurden ausführlich thematisiert. Denkbar sind hier die stoffliche oder energetische Verwertung, beispielsweise durch Kompostierung oder in einer Biogasanlage. Aus Mangel an entsprechenden Anlagen werden diese Abfälle im Land momentan noch nahezu vollständig deponiert. Hierdurch gehen zum einen Pflanzennährstoffe verloren, zum anderen kommt es zur Emission von Treibhausgasen durch den Abbau der organischen Materialien in der Deponie. Umso erfreulicher war die produktive Zusammenarbeit und das umfassende Interesse seitens der beteiligten Behörden wie beispielsweise dem Ministerium für Landwirtschaft und Fischressourcen. Zusätzlich zur Theorievermittlung und der gemeinsamen Begehung von Betrieben aus Landwirtschaft und Landschaftspflege führte das Team Sichtungen der Abfälle durch. Vor allem die klimatischen Bedingungen des Wüstenstaates stellten das Team hierbei vor Herausforderungen – die Temperaturen steigen aktuell im Laufe des Tages auf 50 Grad Celsius im Schatten an, weshalb die Arbeiten im Freien zeitig begonnen und jeweils bereits am frühen Vormittag abgeschlossen sein müssen.

Das umfassend geschulte Team vor Ort führt nun die gemeinsame Arbeit fort und erhebt weitere Daten über das momentane Abfallmanagement sowie Abfallaufkommen und -zusammensetzung in Kuwait.

Abteilung Kreislaufwirtschaft