Nils Jäger erhält Doktortitel

Erster Doktorand der Kooperation

Pressemitteilung / 10.7.2018

Nils Jäger von Fraunhofer UMSICHT Institutsteil Sulzbach-Rosenberg erhält letzten Freitag Doktortitel. Er ist der erste Doktorand der Research Plattform Fraunhofer UMSICHT mit der Universität Birmingham.

© Fraunhofer UMSICHT

Prof. Dr. Andreas Hornung (Leiter Fraunhofer UMSICHT Sulzbach-Rosenberg) und Dr. Nils Jäger (Fraunhofer UMSICHT)

Fraunhofer UMSICHT Institutsteil Sulzbach-Rosenberg arbeitet mit der Universität Birmingham länderübergreifend in einer Kooperation zusammen, die es ermöglicht in einem internationalen Umfeld zu promovieren und in Sulzbach-Rosenberg zu arbeiten. Nils Jäger hat seine Dissertation zum Thema »Techno-Economic Assessment of Conversion Processes for Biomass to Products – Technology Concepts for the Conversion of Biomass and Biogenic Residues « als erster Doktorand dieser Kooperation erfolgreich abgeschlossen. Seine Doktorarbeit betreuten Prof. Joe Wood, Universität Birmingham, und Prof. Andreas Hornung, Leiter Fraunhofer UMSICHT in Sulzbach-Rosenberg (Zeitraum: Januar 2015 – Januar 2018).

Im Interview berichtet Dr. Nils Jäger (Abteilung Energietechnik) über seine Promotion: 

Über welches Thema haben Sie promoviert?

Dr. Nils Jäger: Ich habe mich während meiner Promotion mit einer techno-ökonomischen Bewertung verschiedener Konversionsverfahren beschäftigt. Dabei habe ich insbesondere die thermo-katalytische Umwandlung von verschiedenen biogenen Reststofffraktionen und niederkalorischen fossilen Energieträgern erforscht. Ziel war es, aus diesen Einsatzstoffen Substitute für flüssige, feste und gasförmige fossile Energieträger/Rohstoffe zu generieren, welche ohne tiefgreifende Adaptionen in bestehende Prozesse und Infrastrukturen integriert werden können. Dadurch können nicht nur Reststoffprobleme gelöst, sondern auch nachhaltig hochwertige Rohstoffe erzeugt und damit Beiträge zum Klimaschutz geleistet werden. Auf Basis der Ergebnisse aus dem Betrieb der Versuchsanlagen habe ich in einer ökonomischen Betrachtung die Wettbewerbsfähigkeit des Verfahrens mit verschiedenen Einsatzstoffen und Produkten gegenüber dem aktuellen Stand der Technik evaluiert. Dabei konnte ich mehrere vielversprechende Einsatz- und Nutzungsmöglichkeiten identifizieren.

Wie war es länderübergreifend zu promovieren?

Dr. Nils Jäger: Die Möglichkeit in einem internationalen Umfeld der University of Birmingham zu promovieren und gleichzeitig mit Fraunhofer UMSICHT an Industrie- und Forschungsprojekten zu arbeiten war eine herausragende Erfahrung. Es war insbesondere sehr hilfreich das Know-how beider Plattformen nutzen zu können. Dabei war die Betreuung durch meine beiden Supervisors Prof. Hornung und Prof. Wood während der gesamten Promotion sehr zielführend und lösungsorientiert.

Wie geht es nun für Sie weiter? Welches Thema bearbeiten Sie gerade bei Fraunhofer UMSICHT?

Dr. Nils Jäger: Ich beschäftige mich weiterhin bei UMSICHT mit der Konversion von biogenen und nicht biogenen Reststoffen mit dem Ziel, eine nachhaltige Energie- und Rohstoffwende mitzugestalten. Unter anderem betreue ich für UMSICHT das EU-Projekt To-Syn-Fuel, in dem aus getrocknetem Klärschlamm im Demonstrationsmaßstab Kraftstoffe mit EN-Standard hergestellt werden sollen.