Alte Handwerkstradition durch Fraunhofer UMSICHT fit für die Zukunft

Pressemitteilung / 6.3.2018

In Zusammenarbeit mit den Ingenieuren der Gruppe Energie aus Biomasse und Abfall von Fraunhofer UMSICHT aus Sulzbach-Rosenberg wurden Maßnahmen untersucht, die das Emissionsverhalten der Holzbacköfen grundlegend verbessern. In einem ersten Prototyp konnten große Fortschritte erreicht werden. »Durch den Lösungsansatz, den wir zusammen mit der Firma Knörrlein entwickelt haben, sorgen wir für eine deutlich bessere, vollständigere Verbrennung. Die große Herausforderung war es, die Luftversorgung und Reaktionsbedingungen im Ofen anzupassen und dabei die traditionelle Bauweise zu erhalten«, berichtet Martin Meiller, Gruppenleiter der Forschungsgruppe Energie aus Biomasse und Abfall.

© Fraunhofer UMSICHT

Handwerksbetriebe, die traditionelle, direktbefeuerte Holzöfen bauen sind selten geworden. Einer dieser Spezialisten, der die alte Handwerkstradition am Leben erhält, ist Rainer Knörrlein. Mit seiner Metallbaufirma fertigt er maßgeschneiderte Treppengeländer und Balkone. Der Backofenbau aber ist seine große Leidenschaft, der er sich nicht allein wegen der Familientradition verbunden fühlt: »Unser Familienbetrieb baut Backöfen schon seit fünf Generationen. Unsere Kunden sind natürlich vor allem Bäckereien, aber auch Gemeinden und Direktvermarkter. Dazu kommt ab und an auch der ein oder andere Privatmann.«

Größere Backöfen werden zunächst mit 50-70 kg Holz beladen und gezündet. Nachdem das Holz weitestgehend verbrannt und der Ofen aufgeheizt ist, beginnt der eigentliche Backvorgang. Vor allem in der Zündphase treten dabei hohe Emissionen auf, die immer wieder zu Beschwerden aus der Nachbarschaft führen.

Gerhard Brunner, Innovationsberater der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz im Bereich Umwelt/Energie, stellte den Kontakt zu Fraunhofer UMSICHT her: »Wir kümmern uns um die Anliegen der Handwerksbetriebe und unterstützen unsere Mitglieder in jeder Situation, sei es bei der Antragstellung für Fördermittel oder der organisatorischen Vermittlung zwischen Handwerksbetrieb und dem Projektpartner.«

In Zusammenarbeit mit den Ingenieuren der Gruppe Energie aus Biomasse und Abfall wurden Maßnahmen untersucht, die das Emissionsverhalten der Holzbacköfen grundlegend verbessern. In einem ersten Prototyp konnten große Fortschritte erreicht werden. »Durch den Lösungsansatz, den wir zusammen mit der Firma Knörrlein entwickelt haben, sorgen wir für eine deutlich bessere, vollständigere Verbrennung. Die große Herausforderung war es, die Luftversorgung und Reaktionsbedingungen im Ofen anzupassen und dabei die traditionelle Bauweise zu erhalten«, berichtet Martin Meiller, Gruppenleiter der Forschungsgruppe Energie aus Biomasse und Abfall.

Gefördert wurde die Kooperation zwischen Handwerk und Wissenschaft über den Innovationsgutschein Bayern, ein Förderinstrument des Bayrischen Wirtschaftsministeriums. Dieses hat zum Ziel kleine Unternehmen, insbesondere auch Handwerksunternehmen, dazu zu motivieren in Forschung und Entwicklung zu investieren.

Rainer Knörrlein ist optimistisch: »Wir hoffen, dass bald die ersten Öfen mit der neuen Technik ausgestattet werden können.« Nachbarschaftsstreits wie in der Vergangenheit dürften zumindest den Kunden der Firma Knörrlein künftig erspart bleiben.